Einleitende Bemerkungen

“Daten wecken Begehrlichkeiten” - so ein Ausspruch, den man immer wieder hört und dessen Relevanz enorm ist. Ob in der Versicherungswirtschaft, wo jene Versicherer zuerst sich selbst mit den Daten ihrer Kunden absichern oder in der Werbewirtschaft, wo die Sammelleidenschaft immer neue Höhepunkte erreicht. So hat der dem Bertelsmann-Konzern nahe stehende Anbieter AZ Direct bereits die verifizierten Stammdaten von gut 50 Mio. Bundesbürgern. Aber auch andere Unternehmen wie T-Online, die DB, Siemens, Schlecker, Plus, Lidl, Kik, Berliner Landesbank und selbst Banken sind derzeit auffällig oft in den Medien, wenn es um enorme Datenverluste, Bespitzelungsaffären und anderes geht.

Schnell zeigt sich also, dass “Datenschutz” - ein recht bedeutungslos klingender Begriff, der dauernd in den Medien gebraucht wird - essentiell mit den Bereichen Freiheit und Sicherheit (etwa vor Angriffen auf die Privatsphäre, politische Rechte u.v.m.) verbunden ist und zahlreiche Grundrechte und sogar Menschenrecht darstellt.

Die Politik, die den Bürger vor willkürlichen Eingriffen des Staates in sein Privatleben schützen muss und volle Transparenz ihres eigenen Wirkens bieten wollte, spielt hierbei keine rühmliche Rolle. Die Regierungen von BRD und EU versuchen seit einer ganzen Weile, unzählige dubiose Gesetze durchzubringen, die - setzte man sie alle 1 zu 1 um - zu einem Überwachungsstaat führen würden, dessen technische Möglichkeiten die der DDR bei weitem überträfen. Einige Auszüge von gekippten und erfolgreichen Vorhaben, sowie aktuellen Bestrebungen: konkrete Hinweise auf die illegale Anwendung von geheimen Online-Durchsuchungen, Geheimabkommen zur Auslieferung hochsensibler Daten weltweit ohne konkreten Verdacht, biometrischer Reisepass, automatisierte und verdachtsunabhängige massenhafte KFZ-Kennzeichenüberwachung, flächendeckende Videoüberwachung, Schleierfahndung/verdachtsunabhängige Personenkontrollen, Verquickung von Polizei und Geheimdiensten, dubiose neue Versammlungsgesetze, Bundeswehreinsätze im Innern, Vorratsdatenspeicherung (vgl. Kapitel: Anonymisierungsdienste) u.v.v.m.

Auch wenn wir die Gefahr von denkbaren Terroranschlägen nicht leugnen wollen, erscheint uns die permanente Begründung mit der "Gefahr des internationalen Terrorismus" als Hysterie zur Erlangung weiterer Machtkonzentration von Politik und ihrer Exekutive. Die eigentliche Bekämpfung der Ursachen von Frustration, deren Aggression zu Terrorismus führen kann, werden nicht erkannt. Diese sind neben fanatischer Verblendung auch globale Ungerechtigkeiten, die man wohl überhaupt nicht bekämpfen möchte, dienen sie doch dem eigenen Standort und der heißgeliebten Karriere. Auch ist die Definition von Terrorismus fürchterlich schwammig, so dass auch schon mal unschuldige Sozialwissenschaftler aufgrund ihres Wissens um soziale Phänomene über Monate hinweg totalüberwacht anderweitig terrorsiert werden (vgl. Fall Andrej Holm). Zweifel sind also angebracht.

Auch wenn man sich nicht gegen alles Unrecht wehren kann, so gibt es dennoch Wege und Mittel, sich legal gegen einige der aufgezählten Angriffe auf die eigenen Grundrechte zu wehren. Jene Mittel hierfür betreffen selbstverständlich auch PC und Internet. Deshalb sehen wir es als sinnvoll an, dass diese auch genutzt werden und man nicht bei einer kritischen Betrachtung der Situation verharrt und dessen Wirkung - die eigenen Machtlosigkeit - als weitere Ursache für eine fatale Resignation ansieht. Daher raten wir jedem, sich der Anwendungen, die in diesem Dokument beschrieben werden, anzunehmen. Es wird sich zeigen, dass dieses überhaupt nicht schwer anzuwenden sind, da der Nutzungskomfort zunimmt und mit unserem Vorhaben dieser jedem Anwender vermittelt werden soll.

Die Anwendungen betreffen:

  • Browsereinstellungen (sehr wichtige Grundvoraussetzung für anonymen Internetnutzung)
  • Anonyme Internetnutzung
  • Email-Verschlüsselung
  • Festplattenverschlüsselung
  • Instant Messenger